Adventskalender: Tür 11
Nicht einmal mehr zwei Wochen bis Weihnachten, und heute besuchen wir die dunklen Ecken des Imperiums!
Für heute haben wir uns das Gemeinschaftsprojekt Hive Tarsus – Spielergruppe Dortmund ausgesucht, ein 28mm Inquisitor-Projekt, das von folgenden Usern der Tabletopwelt vorangetrieben wird:
Die „dortmunder Spielegruppe“ für Inquisitor(28mm) wird von @Dizzyfinger geleitet und umfasst @pinke_flauschige_skavenros, @silent87, Jonas, @Chaoself, @Grubenarbeiter und wird noch von @Devilz_Advocate und @Zweiundvierzig unterstützt.
Und so beginnt es…
Kapitel Eins: Letanon
In den untersten Tiefen einer fisteren Festung auf Aryus Eins, einer Feudalwelt im Malfian Subsektor hält ein gebrechlich aussehender Mann ein vergilbtes Pergament in den Händen. Er ist blind und seine Augenhöhlen bilden in der Düsternis des nur von Fackeln erleuchteten Raum zwei Flecken totaler Schwärze. Zu lange tat er schon den Dienst eines Astro Telepathen für den Imperator, als das er sich noch an den Anblick der Welt erinnern konnte. Er sah nichts außer der Dunkelheit und der mit geweihter Tinte auf erhaben gefertigtem Papier geschriebenen Nachricht, die er versenden soll.
Er nimmt all sein Geschick zusammen und formt aus den Lettern ein Bild und dann noch eines und noch eines und gibt seine so geschaffenen Eindrücke in das Immaterium frei. Nachdem auch das letzte Bild seinen Geist verlassen hat, sinkt er schwer atmend auf dem feuchten Steinboden auf die Knie und beginnt Gebete an den heiligen Imperator zu rezitieren, auf das er seine Seele vor den Schrecken hinter dem Vorhang schützen möge. Eine Gestalt löst sich aus den Schatten, legt dem Astropathen eine Hand auf die Schulter und dankt ihm für seine treuen Dienste. Danach schreitet die Gestalt rasch davon und ihre Schritte hallen noch lange in den dunklen Gewölben mit seinen hunderten Verzweigungen nach.
Unter denen, die die Nachricht empfingen und deren Hirnzellen nicht umgehend, unter Qualen verkochten, gab es nur einen, der sie entschlüsseln konnte. Ein Astropath im Dienste des Sektorgouverneur Fürst Marius Hax…
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Dies ist Veria Lethael Letanon, Großinquisitorin des Ordo Hereticus im Calixis Sektor.
Seit dem Aufkommen des Cicatrix Maledictum sind der heiligen Inquisition vermehrt Gerüchte von Hexenzirkeln und schwarzen Messen innerhalb der Golgenna Ausdehnung zugetragen worden. Ich werden mit meiner Eskorte zunächst bei Port Wrath vor Anker gehen und unsere Lagerbestände auffüllen lassen, bevor wir uns über Cyrus Vulpa nach Scintilla begeben.
Ich beordere euch Marius Hax mir einen Ankerplatz für die „Brennender Zorn“, Kreuzer der Gothic-Klasse, in den Orbitaldocks über Tarsus bereitzustellen. Des weiteren beschwöre ich euch zu absoluter Verschwiegenheit und eurer bedingungslosen Unterstützung bei meinen weiteren Nachforschungen.
Veria L. Letanon
Der Imperator beschützt!
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Besonders spannend sind die vielen kreativen Umbauprojekte, denn kaum ein Modell des Projekts bleibt in seinem Urzustand, Schnitzereien und Green Stuff sind an der Tagesordnung. Wir haben hier nur einige Bilder ausgewählt:
Aber auch bemalt machen die Modelle einiges her:
Das ist aber natürlich nicht alles, bei einem so strybasierten Spiel wie Inquisitor, dürfen natürlich auch Hintergrundgeschichten und FLuff nicht fehlen. Ein Beispiel ist die Geschichte des Bestienhauses von Scintilla:
Das Bestienhaus von Scintilla
Scintilla, die Hauptwelt des Calixis-Sektors, wird dominiert von den beiden Makropolen Sibellus und Tarsus, die miteinander um ihren Einfluss streiten, aber in vielfältigerweise aufeinander angewiesen sind. So ist es beispielsweise der dekadente sibellianische Adel und dessen stetes Verlangen nach dem Aussergewöhnlichen, Exotischen und Fremden, der in „der anderen Stadt“ Tarsus einer kriminellen Vereinigung zu Wohlstand und Einfluss verholfen hat, die gemeinhin nur als Bestienhaus bekannt ist und dem Volksglauben nach schon immer im Calixis-Sektor existiert hat.
Die Wüstenmakropole Tarsus, in der im Gegensatz zu ihrer Schwester Sibellus alles nach unten strebt und die einflussreichsten Persönlichkeiten teils tief unter der Erde in kühlem Schatten bis hin zu absoluter Dunkelheit und Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts residieren, ist das Zentrum des interplanetaren Handels. Über die über Tarsus gelegenenen Orbitaldocks exportieren die Scintilianer vor allem Schiffsbauteile, Waffen und Kriegsgerät aus der kleineren Metropole Stahlstadt, teilweise werden in den Docks ganze Schiffe gefertigt. Das Bestienhaus hat durch die sonderbaren Interessen des Adels neben einigen legalen vor allem illegale Geschäftsfelder wie Menschenhandel, den Schmuggel von Waffen, Betäubungsmitteln oder Xenos-Artefakten erschlossen, und hat einen gewissen Ruf durch den verbotenen Handel mit Xenoskreaturen und illegale Arenakämpfe erworben. Den Bestien werden zwar sicherheitshalber Sprengsätze implantiert, doch werden diese nicht selten absichtlich defekt eingebaut, um sich zahlungsunwilliger Kunden zu entledigen. Die Pit Slaves genannten Arenakämpfer sehen teilweise noch grausamer und furchterregender aus als die Bestien, gegen die sie in den Arenen zum Zeitvertreib des Adels kämpfen. Man munkelt, dass es im Bestienhaus eine ganze Sektion gibt, die sich mit mechanischer und genetischer Manipulation beschäftigt und für die die illegalen Arenakämpfe nicht mehr als Testläufe ihrer neusten Kreationen sind.
Dabei bedient sich das Bestienhaus auf verschiedenen Ebenen zahlloser Mittelsmänner, Söldner, Jäger oder korrupter Beamter, von denen jeder denkt, er arbeite für das Bestienhaus – sofern er überhaupt weiß, für wen genau er die Arbeiten verrichtet, die ihm aufgetragen werden. Die ideologische Ausrichtung der Organisation basiert auf natürlicher Auslese und dem Überleben des Stärkeren – wenn die Behörden also kleinere Zellen oder Schmugglerringe zerschlagen, geht das Bestienhaus daraus gestärkt und selbstbewusst hervor, weil schwache Elemente aus der Organisation entfernt wurden. An ihrer Spitze steht der legendäre Solkarn Senk; jedoch ist es umstritten, ob es sich dabei um einen Menschen beziehungsweise eine einzelne biologische Lebensform, eine intelligente Maschine oder lediglich einen Ehrentitel innerhalb der Organisation handelt, der den obersten Anführer oder Mitglieder der Führungsriege kennzeichnet.
Die imperialen Behörden ermitteln seit vielen Jahren gegen die Organisation, doch finden sich kaum willige Zeugen oder gar Beweise, und viele eingeschleuste Agenten fand man grausam zugerichtet in dunklen Ecken, zugesperrten Laderäumen oder irgendwo weit draußen in der tarsianischen Wüste.
Der Ordo Xenos und die Inquisition ermitteln weniger wegen der kriminellen Machenschaften gegen das Bestienhaus, als vielmehr wegen ihrer Affinität zum Xenos, dessen Kreaturen und Artefakte das mit Abstand lukrativste Geschäftsfeld der Organisation darstellen.
Einige Inquisitoren vermuten hinter dem Bestienhaus gar einen geheimen Xenoskult, an dessen Spitze eine alles andere als menschliche Kreatur sitzt, welche die Menschen manipuliert und mit schier endloser Geduld Xenoslebewesen und -technologie ins Imperium schleust, um das Reich der Menschen von innen heraus zu zerstören…
Emilio Vasquez, tarsianischer Söldner und Initiate des Bestienhauses Scintilla:
Eeron Berg, tarsianischer Waffenspezialist:
Es heißt, er sei das Produkt gentechnischer Experimente des Bestienhauses und als eine Art Xenos-Hybrid speziell entwickelt für die Handhabung schwerer Waffen, was zumindest seine ungewöhnliche Erscheinung erklären würde…
Wie viele tarsianische Mitglieder des Bestienhauses trägt er Fetische aus Knochen und Gebeinen, makabere Trophäen oder Schmuck, der fremdartige Xenoskreaturen abbildet.
Moebius, Kommandant des paramilitärischen Armes des Bestienhauses in Tarsus:
Es heißt, der legendäre Solkarn Senk habe den ehemaligen Soldaten und Deserteur in der Wüste um Tarsus gefunden, wohin ihn seine Kameraden des Astra Militarum ohne Wasser, Nahrung und Ausrüstung verstoßen hatten, um ihn für seinen Verrat zu bestrafen und einem grausamen Schicksal zu überlassen.
Seine Lunge soll durch die Zeit in der Wüste so zerstört worden sein, dass es ihm ohne technische Hilfsmittel wie seinem Respirator-Apparatus nicht möglich ist, zu atmen oder Sprache zu artikulieren. Er schmückt seinen Anzug mit den Hörnern der Bestie, die Solkarn Senk ihm angeblich geschickt hatte, um seinen Überlebenswillen zu testen, bevor er ihn zur „Wiederherstellung“ und „Aufwertung“ mit in seine unterirdischen Laboratorien nahm. Es heißt, Moebiuis‘ Strafexil in der Wüste sei der Grund dafür, dass eine stets gefüllte, unbeschädigte Feldflasche mittlerweile zur Standardausrüstung des paramilitärischen Armes des Bestienhauses gehört. Es heißt auch, er habe den Mann, der ihn zum Sterben in den tarsianischen Wüstensand geworfen hatte, aufgespürt und bei lebendigem Leibe gehäutet. Er soll ein Stück dieser Haut als makaberen Wappenrock tragen.
Moebius, dessen bürgerliche Name unbekannt ist – vermutlich weil auf den Fahnenflüchtigen noch immer Kopfgelder ausgesetzt sind – führt häufig Überfälle auf Landkonvois aus Stahlstadt oder Stützpunkte des Adeptus Arbites an, um die Männer unter seinem Kommando mit Waffen und Ausrüstung zu versorgen und den Überschuss an Waffenschmuggler weiterzuleiten. Hin und wieder leitet er auch Jagdrudel des Bestienhauses, die in Randgebieten des Imperiums Xenoskreaturen einfangen oder in Kampfgebieten hinter feindlichen Linien operieren, um Xenostechnologie zu erbeuten und an dekadente scintillianische Adelige zu verkaufen.
Von Zeit zu Zeit bedient sich der paramilitärische Arm des Bestienhauses auch Xenos-Söldnern oder Raumpiraten. Dieser Kroot untersteht zur Zeit Moebius‘ Kommando als Fährtenleser und Nahkampfspezialist. Hin und wieder beweist er auch unvergleichliches Verhandlungsgeschick, indem er laut brüllend Tische umwirft oder betrügerischen Geschäftspartnern Körperteile abbeißt.
Das Projekt ist insgesamt ein wahrer Quell spannender Inspiration. Es wurde übrigens (entgegen unserer früheren AUssage) als DOppelprojekt geplant und wird auch in Zürich vorangetrieben:
Wir sind schon gespannt, wie es in Tarsus weitergeht.
sehr gut.so was ist echt genial und reiht sich nahtlos in den Adventskalender ein
„Das Projekt ist insgesamt ein wahrer Quell spannender Inspiration und inzwischen gibt es bereits einen Ableger in Zürich:“
Nicht ganz; es war von Anfang an ein Gemeinschaftsprojekt, das zusammen geplant und gestartet wurde.
Nicht unbedingt das was ich unter einem „Ableger“ verstehen würde :).
Glückwunsch jedenfalls an alle Projektteilnehmer und einen lieben Gruß an unsere Lieblingsschweizer! 😀
Danke für die Ergänzung, Equi.
Hier noch der übergeordnete Thread, wo die Projektidee des Gemeinschaftsprojekts deutlicher ersichtlich ist:
http://www.tabletopwelt.de/index.php?/topic/157176-hive-tarsus-from-spire-to-underhive-inquisitor/
Krasser Scheiß 😀
Das ist echt ein schönes Kalendertürchen…
LG Ralf
Fertig malt sieht man den Figuren die Vorarbeit nicht an.
Prima die Minis vorher mal zu sehen und was verändert wurde.
Als großer Fan von Dark Heresy freut es mich, das hier der Calixis Sektor als Hintergrundsetting verwendet wurde. Die tollen Modelle tun dann ihr Übriges… 🙂
Genau wegen Dark Heresy wurde das Projekt auch im Calixis Sector verortet. Da kann man sich wunderbar austoben und sich aber auch im reichhaltigen Fluff bedienen 🙂
Seeeehr cool!!!
😎
Sind sehr coole, stimmungsvolle Miniaturen.